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21.10.2010
Passivbau mit Holzstruktur

Die Besonderheit dieses Hauses liegt darin, dass die komplette Nordseite des Hauses aus Fenstern besteht, die Südseite jedoch geschlossen ist. Durch diese spezielle geografische Situation kann man exemplarisch darstellen, dass die Architektur eines Passivhaus nicht unbedingt vorgeschrieben ist, sondern dass das „Prinzip“ Passivhaus auch funktioniert, wenn man von den typischen Merkmalen abweichen muss. Der Bauherr ist gleichzeitig Architekt des Hauses und kann so während der Besichtigung sowohl aus theoretischer Sicht, als auch aus praktischer Erfahrung die Vorteile des Passivhauses darstellen.

Das Haus hat eine Holzstruktur und ist mit Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen isoliert. Es verfügt über eine mechanische Lüftung, Photovoltaik sowie eine thermische Solaranlage. Das Dach hat eine Zinkeindeckung, eine Wasserrückgewinnungsanlage ist im Aufbau.

 

Drei Fragen an ...

... den Bauherrn Francis Diederich

 

Francis Diederich ist Architekt und lebt mit seiner Familie in einem Passivhaus in Junglinster, das er selbst entworfen und gebaut hat. Er hat sich um die Auszeichnung „Gréng Hausnummer“ beworben. Und sie auch erhalten.

Herr Diederich, warum haben Sie sich um die „gréng Hausnummer“ beworben?

Ich habe aus Überzeugung nachhaltig gebaut. Zunächst sollte es ein Niedrigenergiehaus werden. Am Ende wurde es ein Passivhaus. Und das, obwohl ich die Fenster nicht nach Süden hin – dort befindet sich die Hauptverkehrsstraße – ausgerichtet habe, sondern nach Norden hin. Ich sehe es als Testhaus. Ich hätte mich nicht getraut, ein solches Haus für einen Kunden zu bauen, ohne vorher eigene Erfahrungen zu sammeln. Die Auszeichnung ist der Beweis, dass ich nachhaltig gebaut habe. Sie beendet und zertifiziert ein Projekt, das ich mir vorgenommen und zu Ende geführt habe. Und natürlich nutze ich sie auch zu Werbezwecken.­

Sie haben die Checkliste der „gréng Hausnummer“ ausgefüllt. Welche Kriterien erfüllt Ihr Haus?

Ich habe ökologische Baumaterialien verwendet. Das Haus ist eine Holzkonstruktion. Für die Isolation der Fassade und des Bodenaufbaus habe ich mich für eine Holzfaserdämmung entschlossen.

Die Fenster sind aus Holz mit Aluminiumschalen und somit typisch für Passivhäuser. Innen befinden sich Holz- oder Linoleumböden. Ich habe viel Glas verwendet, damit möglichst viel natürliches Licht hereinfällt, und das in verschiedenen Winkeln. Auf dem Dach habe ich eine Fotovoltaikanlage anbringen lassen. Mit Hilfe eines Wärmetauschers ist es möglich, etwa 80 Prozent der Wärme zurückzugewinnen. Dank einer Lüftungsanlage ist die Luftqualität exzellent. Wir haben keine Heizung, verbrauchen also weder Heizöl, noch Gas, noch Erdgas, noch Pellets. Im Kamin verbrennen wir pro Saison etwa zwei „Kouerten“ Holz. Mehr nicht. Die Regenwassernutzungsanlage wird demnächst angeschlossen. Unser Wasserverbrauch liegt unter 40 Kubikmeter pro Jahr und Person. Pro Jahr sparen wir um die 1 600 Euro bei den Energiekosten. Bei der Bewertung kam ich auf 385 Punkte, 360 Punkte muss man erreichen.

Wie sehen Sie die Zukunft des Bauens?

Seit der Energiepass Pflicht geworden ist, stürzen sich die Baufirmen auf den Markt namens „Nachhaltiges Bauen“. Das Problem dabei ist, dass viele Bauträger nicht genug Ahnung davon haben. Weiterbildung ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Und Kontrollen, damit sicher ist, dass die Arbeiten auch wirklich nach Plan ausgeführt werden. Der Bau von Passiv- oder Niedrigenergiehäusern verlangt eine präzise Planung und die tägliche Präsenz des Architekten auf der Baustelle, ist also mit viel Aufwand verbunden. Ohne rigorose Kontrollen werden die Experten in einigen Jahren viel Arbeit haben.

Interview: Michèle Gantenbein

 



Autor: Hausnummer

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