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Altbausanierung

Energetische Sanierung:

Energiesparen ist in aller Munde. Und das ist auch gut so. Durch die Dämmung der thermischen Gebäudehülle ist es möglich große Mengen an Energie einzusparen. Das ist, als ob man einen warmen Pullover anzöge: alles, was drinnen ist, bleibt warm, die Kälte bleibt draußen.

Die beste Möglichkeit, Energie am Fließen zu hindern, ist ein Vakuum. Aber auch Luft ist schon ein gutes Isoliermittel. Da ein Vakuum recht schwer herzustellen und noch schwerer zu halten ist, arbeiten alle gängigen Dämmmaterialien mit Luft als Dämmung. Dabei werden möglichst viele Luftzellen in den jeweiligen Materialien eingeschlossen; je mehr und je kleiner die Luftzellen, desto besser ist die Dämmwirkung des Materials.

Ein klein wenig (vereinfachte) Bauphysik:

Energie fließt durch Stoffe hindurch. Wie gut sie fließt, hängt unter anderem von der Dichte des Materials ab. Wie gut ein Stoff Wärme leitet, wird mit dem U-Wert ausgedrückt. Seine Einheit ist W/m2K. Somit beschreibt er, wieviel Wärme durch einen Quadratmeter eines Bauteils bei einem Temperaturunterschied auf beiden Seiten hindurchgeht. Das kann man sich an einem Beispiel verdeutlichen:

  • Man nehme eine Betonwand mit 1 Meter Dicke und 1 x 1 Meter Größe
  • auf der Innenseite dieser Wand herrschen 20°C, auf der Außenseite 19°C (also 1° Kelvin (K) Temperaturunterschied)
  •  dann gehen durch die Wand in einer Stunde 2,1 Watt hindurch; man muß daher 2,1 Watt Wärme auf der Innenseite nachheizen, um die Temperatur von 20°C zu erhalten.

Der U-Wert dieser Betonwand ist also 2,1 W/m²K.

Wäre die Wand nur ein Zehntel so dick, so verzehnfachte sich aber der Wärmeverlust, also wäre der U-Wert 21 W/m²K.

Eine Dicke von 10 cm vorausgesetzt, ergibt der Vergleich folgender Materialien:

 

Aluminium:                   2600,0 W/m²K

Stahl:                             400,0 W/m²K

Beton:                              21,0 W/m²K

Glas:                                  8,0 W/m²K

Lehm:                                7,0 W/m²K

Poroton:                             2,0 W/m²K

Holz:                                  1,5 W/m²K

Holzfaserdämmung:            0,4 W/m²K

 

Da möglichst wenig Energie verloren gehen soll, muss die Gebäudehülle also aus Materialien gemacht sein, die einen möglichst kleinen U-Wert haben. Ein Aluminiumbauteil ist also hinsichtlich des Wärmeschutzes sehr schlecht. Aber auch Beton ist rund zehnmal schlechter als Poroton und 50 mal schlechter als die Holzfaserdämmung. Um die gleiche Wirkung wie 10 cm Holzfaserdämmung zu erreichen, benötigt man daher eine Betonwand von 5 Meter Dicke.

(Nicht berücksichtigt ist beim U-Wert allerdings der solare Gewinn über z.B. eine Südwand und die Speicherfähigkeit des Bauteils.)

 

Und auf die Baustelle:

Nach diesen Grundlagen ist also klar, dass das ganze Gebäude mit Materialien eingepackt werden muss, die möglichst gut Wärme dämmen. Die Anbringung der Dämmstoffe ist ganz unterschiedlich kompliziert: manches kann man leicht selbst machen, für anderes benötigt man geschulte Fachkräfte. So kommt wahrscheinlich kaum jemand auf die Idee, seine Fenster selbst auszutauschen. Ebenso sind die meisten mit der Anbringung einer Dämmung ink.l Putz auf einer Außenwand wohl überfordert. Die Dämmung zwischen den Dachsparren anzubringen, ist dagegen schon einfacher, auch wenn man sich fachlichen Rat einholen sollte zu den einzelnen Bauteilen, die über und unter der Dämmung eingebaut werden.

Einfach ist dagegen die Dämmung der Kellerdecke. Hier kann man feste Dämmungen einfach von unten an der Decke festkleben oder –dübeln. Und mit ein paar Freunden kann man leicht einen ganzen Dachboden dämmen, wenn man feste und begehbare Dämmplatten auf dem Boden auslegt. Hier eignen sich besonders Holzfaserdämmplatten.

 

(Eine kleine Ergänzung zur Bauphysik: Dämmstoffe werden immer mit WLG, das ist die WärmeLeitGruppe, angegeben. Diese entspricht dem U-Wert eines 1 Meter dicken Bauteils aus diesem Dämmstoff. Also gilt auch hier: je kleiner der Wert, desto besser die Dämmwirkung.)

 

http://www.waermedaemmstoffe.com/

Broschüre : Altbausanierung pdf

 

 

Materialwahl 1:

Die Gestaltung unseres Umfeldes ist vielfältig. Selbstverständlich entscheiden wir uns für eine Gestaltung, die wir als schön empfinden (auch wenn sich über Geschmack natürlich trefflich streiten läßt).

Schwieriger, weil oftmals unsichtbar, ist die Gestaltung eines gesunden Umfeldes. Dass dieses schimmelfrei sein soll, ist für die meisten verständlich. Dass genügend Licht und Luft in das Gebäude kommen muss, sagt uns unser Bedarf nach Wohlbefinden. Wie aber geht es, die Raumluft sauber von gesundheitsschädlichen Stoffen zu halten?

Mit diesen Einflüssen beschäftigt sich die Baubiologie. Sie identifiziert oft nicht die reinen Materialien wie Holz, Stein, Putz, Mineralfarben... als schädlich, sondern Oberflächenbeschichtungen, Schäume, Leime, Ausgasungen aus Polstern, Dämmstoffen, ‚Veredelungen’, Lacken. Hierbei werden neben dem in niedrigen Mengen unschädlichen Formaldehyd auch Stoffe gefunden, die krebserregend und fortpflanzungsgefährdend sind oder nur die Schleimhäute reizen.

Quelle sind in den wenigsten Fällen die Rohbaukonstruktionen, zumal Ausgasungen aus diesen Schichten hinter die Ausgasungen dämpfenden Schichten verdeckt liegen. Oft entweichen die Stoffe aus Vinyltapeten und PVC-Böden, aus Parkettglanzmitteln und Möbelpolituren, aus Schaumstoffen und Spanplatten, aber auch aus Imprägnierungen von Hölzern oder den immer beliebteren Montageschäumen.

Durch immer dichtere Gebäudehüllen mit immer dichteren Fenstern werden zudem nicht mehr die früher übliche Menge an Schadstoffen abtransportiert. Eine Lüftungsanlage kann hier behilflich sein, die Raumluft wieder auf gesundheitsverträgliche Maße zu bringen, am besten ist es, die Stoffe beim Einbau aber gleich vor der Haustür zu lassen.

Türen und Fenster konnten bis vor 15 Jahren mit Schrauben eingebaut werden, das können sie auch heute noch. Parkettböden können mit Wachsen gebohnert oder mit Ölen behandelt werden, wenn eine poröse Holzoberfläche diese aufnimmt; hierzu sind Massivhölzer am besten geeignet, die vernagelt, also ohne Leim, verlegt werden können. Diese benötigen auch keine Kleber zum Befestigen am Untergrund, die Formaldehyd oder Isocyanate abgeben können. Teppichböden aus unbedenklichen, zertifizierten Materialien können gespannt verlegt werden – das erspart auch das mühsame Abkratzen nach der Nutzung. Lacke müssen nicht Allergien fördernde Limonen enthalten, es gibt gesundheitsfreundliche Alternativen.

 

Informationen hierzu sind oft schwer zu erhalten – und noch schwerer zu werten. Schauen Sie sich trotzdem genau an, welche Stoffe Sie verarbeiten; es lohnt sich. Verlangen Sie immer eine Volldeklaration der Baustoffe, in denen alle Inhaltsstoffe aufgeführt sind. Und wenn Sie diese nicht bekommen können, ist Mißtrauen angebracht.

 

80% unseres Lebens halten wir uns in Räumen auf. Diese müssen gesund sein!


http://mouvement.oeko.lu/oekofoire_Bauen-wohnen.199-3.html

http://www.natureplus.org/produkte/

http://www.tudor.eu/cms/henritudor/content.nsf/id/WEBR-7ZXPQQ?opendocument&language=fr 

 

Materialwahl 2:

Aber nicht nur ein gesundes Wohnumfeld ist für ein nachhaltiges Gebäude wichtig. Auch auf die Umwelteinflüsse eines Baumaterials muss dringend geachtet werden. Wussten Sie z.B., dass für die Herstellung, den Transport und den Einbau aller Baumaterialien eines Passivhauses genau so viel Energie benötigt wird wie zu seiner Beheizung in 100 Jahren ?

Um die Umweltverträglichkeit von Baustoffen zu bewerten, werden die Schadstoffe die bei Abbau, Herstellung, Transport und Einbau entstehen miteinander verglichen. (Optimal wäre eine Wertung auch über Nutzung und Entsorgung hinaus, aber zum einen ist die Datenlage schlecht, zum anderen sind bei der Betrachtung bis zum Einbau rund 80% aller Schadstoffe erfaßt.) Reduziert auf die vier Leitwerte Primärenergieinhalt, CO2, SOx und Äthylen ist eine Abwägung bei einfachen Baumaterialien möglich.

Kompliziert sind Entscheidungen, wenn ganze Konstruktionsweisen (also bspw. eine Kalksandsteinwand mit Wärmedämmung und Putz einerseits und eine Holzständerkonstruktion mit hölzerner Außenbeplankung andererseits) verglichen werden sollen. Hier müssen die Mengen jedes Baustoffs für die Gesamtkonstruktion eines Gebäudes ermittelt, mit den Kennwerten multipliziert und anschließend bewertet werden. Diese ‚Ökobilanz’ ist aktuell nur mit großem Aufwand möglich.

Die Optimierung einzelner Baustoffe kann aber relativ einfach mit Hilfe der im Leitfaden des CRTIB zusammengefassten Kennwerte ermittelt werden. Vergleicht man beispielsweise nur das Dämmmaterial, das für die Außendämmung einer direkt zu verputzenden Außenwand benutzt werden kann, so gibt es dort eine überschaubare Anzahl an Baustoffen: Polystyrol, Mineralwolle, Holzfaser, Kork. Unter diesen schneidet die Holzfaserdämmung am besten ab.

http://www.crtib.lu/Leitfaden/content/DE/113/C574/

Jeder sollte beim Einbau von Baumaterialien den Versuch unternehmen, umweltfreundliche Materialien zu wählen. Aktuell finden Sie dazu die beste Entscheidungshilfe im ‚Leitfaden’. Schon bald kann hoffentlich ein Umweltindex weitere Vereinfachungen bieten.

http://www.crtib.lu/Leitfaden

http://www.baubook.at/BTR/

http://www.baubook.at/phbtk/

 

 

Autor : Oekozenter

Datum: 22.03.2010


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