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Standort:
Wo die eigenen vier Wände stehen, sollte gut überlegt werden. Besonders die Infrastruktur rund um das Gebäude ist für den Tagesablauf sehr wichtig. Hierzu zählen nicht nur Schulen und Kindergärten in der Nähe des Gebäudes, sondern auch Geschäfte und Freizeiteinrichtungen. Je häufiger man eine Einrichtung benötigt, desto näher sollte sie in der Nähe der Wohnung liegen. Hier ist Vorausschau wichtig, denn man sollte auch an zukünftige Bewohner denken.
Die Entfernung zum Arbeitsplatz ist aber oftmals nicht so wichtig, da er bei vielen oftmals im Leben ändert.
Nur durch die Einplanung kurzer Wege, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreicht werden können, ist eine dauerhafte weil lebenslange Entlastung unserer Umwelt von überflüssigem Verkehr möglich.
Die Sonne ist der größte Energielieferant. Von dieser Einstrahlung passiv zu profitieren ist der Sinn solarer Architektur, deren Ziel es ist, möglichst wenig zusätzliche Energie zu benötigen. Die Intensität der Solarstrahlung ist nicht auf allen Grundstücken gleich. Während in Luxemburg die Unterschiede in punkto Globalstrahlung vernachlässigbar sind, kommen durch die teilweise bergige Topographie Verschattungen zu tragen. So kann ein 150 m südlich gelegener 100 m hoher Berg den Energieverbrauch bei Passivhäusern um 25 % nach oben treiben.
Liegen Gebäude im Tal, so befinden sie sich in sogenannten Kaltluftseen. Hier sammelt sich in der Nacht die von den Hängen abfallende kalte Luft, was den Energieverbrauch ebenfalls um 25% höher ausfallen lässt als ein Gebäude in der Ebene. Gebäude auf einem Südhang hingegen benötigen bis zu 20% weniger Energie zu ihrer Beheizung.
Ausrichtung
Ähnlich verhält es sich mit der Ausrichtung auf dem gefundenen Grundstück. Optimal ist die Ausrichtung nach Süd, weil hier die Solarerträge am höchsten sind. Weicht man von diesem Optimum ab, so werden die Verluste - zunächst langsam – größer, bis sie bei einer Ausrichtung nach Ost oder West 35 % erreichen.
Aber nicht nur der Energieeintrag spielt bei den Überlegungen eine wichtige Rolle. Das allgemeine Wohlbefinden, so kitschig der Begriff auch klingen mag, wird durch Tageslicht deutlich erhöht. Und dies ist eine der einfachsten Möglichkeiten, eine gute Gesundheit zu erhalten.
Umnutzbarkeit
Die eigene Wohnung oder das eigene Haus wird Sie einen langen Weg Ihres Lebens begleiten. Oft werden in dieser Zeit unterschiedlichste Lebensphasen durchschritten, die von 1- oder 2-Personenhaushalten über eine Vielzahl weiterer Bewohner mit unterschiedlichsten Interessen bis hin zu körperlichen Beschwerden führen können. Benötigt man in einem Fall nur drei Räume so können es im anderen schon 6 sein, die in im Krankheitsfalle wiederum möglichst auf einer Etage liegen sollten.
Diese Veränderungen sollten weitgehend in Ihrem Haus möglich sein, so dass es lange Zeit Ihr Zuhause sein kann – und nachfolgenden Generationen auch.
Qualität der Gebäudehülle
Die Gebäudehülle ist die Schnittstelle zu seiner Umwelt. Sie schützt das Innere vor Regen, Wind, Kälte, Hitze, Lärm – und dass ihr der Himmel auf den Kopf fällt. Sie schafft für das Innere weitgehend gleichmäßige Bedingungen. Hierzu benötigt sie vielfältige Eigenschaften, die sich noch dazu manches Mal widersprechen.
So muss ein Regenschutz natürlich wasserdicht sein; dichte Stoffe aber dämmen sehr schlecht. Ein Dämmstoff dagegen muss viele Luftporen enthalten, was ihn leicht macht; leichte Stoffe aber haben wenig thermische Masse, was sie für den Hitzeschutz im Sommer einschränkt. Fenster sollen möglichst groß sein, um das Sonnenlicht in das Gebäude zu lassen; sie sollen aber auch möglichst klein sein, um die Energie im Haus zu halten. Weitere Beispiele lassen sich finden.
Grundsätzlich gibt es im Wohnungsbau zwei unterschiedliche Kontruktionsweisen, Massivbau und Holzkonstruktionen. Massivbauskonstruktionen haben in aller Regel nur wenige Funktionsschichten, also Ebenen, die ihre jeweilige Aufgabe erfüllen. So ist hier die äußere Schicht der Außenputz, der die nachfolgenden Lagen vor Regen schützt. Gleichzeitig muss er Feuchtigkeit, die aus der Wand oder dem Innenraum kommt, nach außen entweichen lassen. Nachfolgend befindet sich die Wärmedämmung, die die Wärme im Inneren des Gebäudes hält. Die namensgebende Schicht befindet sich gleich dahinter: die massive Wand. Diese kann aus unterschiedlichen Materialien wie Tonziegel, Kalksandstein, Poroton u.v.m. gemauert werden. Sie übernimmt die tragende (und schallschützende) Funktion und kann nur bei besonderen Materialien auch weitere Funktionen wie z.B. die Wärmedämmung übernehmen. Die innerste Beschichtung ist der Putz, der gleichzeitig die Luftdichtung des Gebäudes gegen von außen eindringende Zugluft darstellt.
Wesentlich komplizierter und vielfältiger gestalten sich die einzelnen Schichten bei Holzkonstruktionen. Hier übernimmt jeder Konstruktionsteil seine spezifische Aufgabe. Wegen der Vielzahl der Konstruktionen sei hier nur das Prinzip erläutert und auf weitere Informationsanbieter verwiesen.
Klassisch für eine Holzkontruktion ist eine hinterlüftete Fassade. Diese schützt die dahinterliegende Wand vor Regen. Dabei ist sie hinterlüftet, läßt also Raum von 2-3 Zentimetern, in dem Luft in der nächsten Ebene zirkulieren kann. Diese Luft trocknet kontinuierlich evtl eindringende und aus der Konstruktion ausdampfende Feuchtigkeit ab. Ihr folgt die Winddichtung, die die folgende Dämmung vor Wind schützt, damit diese ihre optimale Dämmwirkung entfalten kann. Die Konstruktionsebene wird bei einer Holzskelettkonstruktion durch tragende Balken geprägt, zwischen denen weitere Dämmung zu liegen kommt. Bei einer Massivholzkonstruktion finden sich Holztafeln, die ähnlich der steinernen Kontruktion eine geschlossene Hülle bilden. Unterschiedliche Folien, Baupappen und Bauplatten sichern die Konstruktion nach innen vor eindringender Luft und ausdiffundierendem Wasserdampf und schaffen die sichtbare innere Oberfläche.
Ist also in der Holzkonstruktion jede Ebene für ihre besonderen Aufgaben optimiert, so übernimmt im Massivbau jede Schicht mehrere Aufgaben. Dies macht dem Massivbau einfacher und etwas preiswerter – und den Holzbau flexibler und optimierter. Es ist Ihre Entscheidung!
Baumaterialien
Autor : Oekozenter
Datum: 19.03.2010

